Tokio Hotel-Beach-Fanfiction TH-Beach-Fanfiction

Grenzenlose Liebe


Autor: Sigrid Schröckelsberger
Hauptpersonen: Bill,Marion
Genre: Lovestory
Anmerkung: Diese Story ist frei erfunden...

---Jugendfrei---

Inhalt: Bill liebt Marion von ganzem Herzen. Doch das Berühmtsein stellt ihre Liebe auf eine harte Probe...

Wie jeden Morgen stehe ich auf, um in die Schule zu gehen. Doch seit jenem Tag, wo du einfach gegangen bist, ist es eine Qual für mich, aufzustehen. Was sollte ich auch in der Schule? Die Schule war der einzige Horror und nur die Tatsache, dass du dasselbe empfandest wie ich, ließ mich jeden Tag in dieses Gefängnis gehen. Schweren Herzens stehe ich auf, um mich anzuziehen. Ein Blick aus dem Fenster zeigt mir, dass das Wetter unglaublich gut zu meiner Stimmung passte – regnerisch und trüb. Mein Blick fällt auf meinen Schreibtisch und bleibt bei einem Bild von dir hängen. Ich nehme es in die Hand und betrachte es lange. Das Bild zeigt dich, Bill Kaulitz, bevor du berühmt geworden warst. Mit einem fast neckischen Blick grinst du in die Kamera. Ich kann mich noch genau an diesen Tag erinnern. Es war der Tag, wo wir beide seit 6 Monaten zusammen waren. Es waren die sechs besten Monate meines Lebens. Ich mochte dich schon, als wir uns kennen gelernt hatten. Du strahltest soviel Freude und Glück aus, dass es einem schwer fiel, in deiner Nähe traurig zu sein. Wir freundeten uns schnell an, hatten wir ja eine Sache gemeinsam – wir hassten die Schule und konnten unglaublich gut über die Lehrer und die Schüler ablästern. Fast jeden Tag sahen wir uns und mit jeder Sekunde, die ich in deine unglaublich schönen braunen Augen sah, verliebte ich mich mehr in dich. Doch ich wusste ja nicht, wie du empfandest, also erzählte ich dir nie über meine Gefühle. Aber dann kam ein Tag, den ich nie im Leben vergessen werde. Du fragtest mich, ob wir uns nicht treffen könnten, an dem See, wo ich immer so gerne war. Ich stimmte zu. Es war schon dunkel, als ich hinkam. Schon von weitem sah ich dich stehen. Mein Herz fing an zu pochen, wie jedes Mal, wenn ich dich sah. Doch als ich bei dir angekommen war, sah ich, dass auf dem Boden Kerzen standen, die angezündet waren. Ich betrachtete sie genauer. Es war ein Herz und in der Mitte standst du. Ratlos blickte ich dich an. Blickte in deine Augen. Sie schauten mich voller Wärme an und irgendetwas war in deinem Blick, das ich noch nie zuvor gesehen hatte. Du nahmst meine Hände, lächeltest mich an und sagtest: „Marion, die letzten Wochen und Monate mit dir waren die Schönsten meines Lebens. Wenn du bei mir bist, vergesse ich alles um mich herum. Du machst mein Leben zu etwas besonderem und ich möchte dich nie mehr missen. Ich liebe dich und ich möchte, dass wir für immer zusammen bleiben.“ Mir stockte der Atem. Was hattest du gerade gesagt? Mir kam das alles ziemlich unwirklich vor. Ich glaubte zu träumen. Doch als sich unsere Lippen berührten und zu einem zärtlichen Kuss verschmolzen, wollte ich die Zeit anhalten. Dieser Moment war so magisch, dass ich alles um mich herum vergaß. Ich war in dieser Sekunde der glücklichste Mensch auf der Welt und nichts und niemand konnte das zunichte machen. Auch später schwebte ich weiterhin auf meiner Wolke sieben und keiner vermochte es, mich da herunter zu holen. Selbst als du mir grinsend wie ein Honigkuchenpferd mitteiltest, dass ihr zu einer Plattenfirma eingeladen seit, um ihnen ein paar Songs vorzuspielen, konnte mich das nicht erschüttern. Denn ich wusste ja schon, als ich dich kennen lernte, dass Musik dein Leben war. Immer sagtest du, dass es dein größter Traum wäre, einmal vor Tausenden Leuten auf der Bühne stehen zu können und zu performen. Mich faszinierte dein Ehrgeiz, mit dem du jeden Tag mit deiner Band trainiertest. Deine Band, bestehend aus deinem Zwillingsbruder Tom, den ich übrigens ziemlich gern hatte, obwohl er mich manchmal mit seinen Sprüchen nervte und Gustav und Georg, die ihr bei einem Auftritt kennen gelernt hattet. Zusammen wart ihr „Devilish“, eine Schülerband, die auf diversen Festen in der Umgebung auftrat und sich für nichts zu schade war – solange ihr auf der Bühne stehen konntet. Und nun sah es so aus, als würde euer Traum in Erfüllung gehen. Der Traum, für den ihr alles aufgegeben hättet. Mir kamen erste Zweifel. Was ist, wenn ihr tatsächlich Erfolg haben würdet? Was würde dann aus uns werden, aus unserer Beziehung? Bedrückt teilte ich dir meine Bedenken mit. Doch du lächeltest nur und schworst mir, dass unserer Liebe nichts anhaben konnte – auch nicht ein plötzlicher Ruhm. Du solltest Recht behalten, zumindest für den Anfang. Denn ihr wurdet tatsächlich berühmt, mit eurer Single habt ihr eingeschlagen wie eine Bombe. Von Null auf Eins in den deutschen Charts – über Nacht wurdet ihr Superstars und konntet jetzt nicht mehr den alten Namen behalten. Ihr benanntet euch um in „Tokio Hotel“. Natürlich wusstet ihr, dass dieser Erfolg von kurzer Dauer sein konnte und dass ihr schnell wieder die Schülerband sein konntet, die ihr vorher wart. Doch der Ruhm hielt an, er wurde sogar noch größer. Es wurde ein regelrechter Hype um euch gemacht. Anfangs störte mich das überhaupt nicht. Ich war so stolz auf euch. Da hattet ihr jahrelang für euren Traum gearbeitet und nun konntet ihr endlich die Lorbeeren für eure Anstrengungen ernten. Jedes Mal, wenn wir uns sahen, erzähltest du mir mit glitzernden Augen, wie das Leben im Rampenlicht war. Ich hörte dir zu und mich freute es auch wahnsinnig, dass ihr es endlich geschafft hattet. Doch mir kamen immer häufiger Zweifel. Würde unsere Liebe diesem Druck standhalten? Dem Druck, dass wir uns nur noch selten zu Gesicht bekamen? Der Tatsache, dass du für die Musik lebtest und mich vielleicht bald satt hattest? Ich verdrängte diese Gedanken, wollte ich dich damit ja nicht belästigen. Du hattest ohnehin schon genug am Hut, da wollte ich dich  nicht mit so kindischen Gedanken von mir stören. Je länger ihr berühmt wart, desto weniger sahen wir uns – eine Tatsache, die mich sehr schmerzte, wollte ich doch jede Sekunde mit dir verbringen. Doch alles, was ich für Wochen von dir zu Gesicht bekam, waren diverse Interviews in Fernsehen und Radio. Ständig musstet ihr die selben Fragen beantworten. Die selben lästigen Themen, die euch doch sicher schon längst beim Hals raushängen mussten. Doch ihr gabt brav Antworten. Lächeltet bei jeder Frage. So kannte ich euch gar nicht. Mir schien es, als müsstet ihr das alles machen. Als müsstet ihr lächelnd die selben Fragen immer und immer wieder beantworten. Mir wurde klar, dass das Management euch sicher darauf hingewiesen hatte, wie ihr euch in der Öffentlichkeit zu geben hattet. Doch ich kannte euch. Nie würdet ihr euch in ein Schema zwängen lassen und so wunderte es mich auch gar nicht, dass auf einmal ein Skandal nach dem anderen kam. Belanglosigkeiten, die ihr vor eurer Zeit als Superstars auch schon machtet. Tom war stets der Frauenheld von euch Vieren gewesen. Er hatte immer gern geflirtet, doch plötzlich wurde das zu einer Schlagzeile in vielen Zeitungen. Ich verstand das alles nicht. Ihr wart so wie immer und doch schien das einigen Leuten zu stören. Als du wieder einmal nach langer Zeit bei mir warst, erzählte ich dir das alles. Ich weinte, konnte ich die Leute ja nicht verstehen. Du beruhigtest mich. Sagtest mir, dass euch das alles egal war, was andere Menschen über euch dachten, solange ihr Musik machen konntet. Du wischtest mir meine Tränen weg und nahmst mich in den Arm. Ich fühlte mich so hilflos, wollte ich euch doch helfen. Doch alles, was ich konnte, war zu weinen und in deinen Armen zu liegen. Nach einigen Tagen, in denen wir uns jede Sekunde gesehen hatten und wieder das glückliche, verliebte Paar waren, das wir von Anfang an waren, musstest du wieder abreisen. Ich wurde zunehmens trauriger, weil ich nicht wollte, dass du gehst. Ich wollte, dass du für immer bei mir warst und nicht gerade ein paar Tage. Verzweifelt starrte ich jeden Tag auf den Fernseher, in der Hoffnung, dich zu Gesicht zu bekommen. Ich sah dich auch, doch jedes Mal gab es mir einen Stich. Wütend schaute ich die ganzen Fans an, waren die doch näher bei dir als ich in diesem Moment. Ich begann, dein Leben als Star zu hassen. War es doch der Grund, wieso wir ständig getrennt waren. Ich stockte. Was dachte ich denn da? Hatte ich meinen Verstand verloren? Es war doch immer euer Traum gewesen, schon bevor wir zusammen gekommen waren. Ich hatte kein Recht, so über euren Ruhm zu denken. Ich nahm mir vor, nie wieder solche Gedanken zu hegen und wartet einfach auf die Zeit, wo du wieder da warst. Doch jedes Mal wurde dein Aufenthalt kürzer und die Zeit, bis du wieder da warst, länger. Unsere Beziehung hatte stark darunter zu leiden und mir schien, als würdest du nur mehr gezwungenermaßen zu mir kommen. Ich merkte, dass du mich offenbar nicht mehr so liebtest wie am Anfang. Es machte mich traurig. Da hattest du doch immer gesagt, dass uns nichts und niemand auseinanderbringen konnte und dann warst es du persönlich, der sich immer mehr von mir entfernte. Ich sollte Recht behalten. Eines Tages kamst du zu mir. Du wirktest bedrückt, wolltest mir auch nicht in die Augen sehen. Stockend teiltest du mir mit, dass es besser wäre, wenn wir getrennte Wege gehen würden. Der Ruhm ließ einfach keinen Platz für eine Beziehung und das war dir schon lange klar geworden. Doch du wolltest mich nicht verletzen, also hattest du immer gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Du drehtest dich um und blicktest kein einziges Mal zurück. Ließt mich einfach stehen. Ich hatte zwar damit gerechnet, dass so etwas irgendwann kommen würde, trotzdem war es wie ein Schlag ins Gesicht und deine Worte zogen mir den Boden unter den Füßen weg. Ich konnte es nicht verstehen. Wo war denn unsere Liebe hin? Hatten wir uns so weit voneinander entfernt, dass es keinen Ausweg mehr gab, als Schluss zu machen? Weinend verbrachte ich die meiste Zeit in meinem Zimmer, konnte ich ja nicht verstehen, dass plötzlich alles aus war. Dass du nie wieder mit leuchtenden Augen bei mir sitzen würdest und mir erzähltest, was du so erlebt hattest. Ich baute eine Mauer um mich herum auf. Denn dann konnte mich keiner mehr verletzen. Ich sah dich noch einige Male im Fernsehen. Du versuchtest, normal zu wirken, doch ein einziger Blick in deine Augen zeigte mir, dass du dich verstelltest. Sollte ich mich darüber freuen? Dass es dir offensichtlich auch nicht gerade besser ging als mir. Doch das war kein Trost für mich. Ich beschloss, mit dem Thema Bill Kaulitz ein für alle Mal abzuschließen. Oder eher, mir einzureden, dass es ohne dir besser war. Denn nur so konnte ich vielleicht irgendwann wieder normal leben, ohne jede Sekunde an dich zu denken. Es funktionierte ganz gut. Nach einiger Zeit war der Schmerz zwar immer noch da, aber ich hatte ihn soweit verdrängt, dass er nur gelegentlich an die Oberfläche kam. Ich lebte mein Leben, wie vor deiner Zeit und es gelang mir eigentlich ganz gut. Nur die Schule war ohne dir nicht das Gleiche. Jetzt hatte ich niemanden mehr, mit dem ich ablästern konnte. Aber auch das würde ich irgendwie verkraften können und irgendwann würde ich in der Lage sein, alles zu vergessen...
Ich schrecke hoch. Meine Mum schreit schon zum hundertsten Mal, wenn ich mich nicht beeile, werde ich den Bus verpassen. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass sie Recht hatte. Schnell stelle ich dein Bild wieder hin, zieh mich in Windeseile an und flitze ohne Frühstück aus dem Haus. Gerade noch rechtzeitig komme ich an der Bushaltestelle an. Nach sechs ziemlich trostlosen Stunden, die sich ungemein in die Länge ziehen konnten, war ich endlich erlöst. Ein weiterer Horrortag neigte sich dem Ende zu. Daheim angekommen, setze ich mich an den Schreibtisch, um Hausaufgaben zu machen. Doch ich kann mich beim besten Willen nicht konzentrieren. Ich denke an den See. An den See, wo du mir damals sagtest, wie sehr du mich liebtest. Vielleicht sollte ich noch einmal da hingehen. Vielleicht konnte ich dadurch endlich mit dir abschließen? Ich ließ alles stehen und liegen und machte mich auf den Weg. Der Regen peitschte mir ins Gesicht, doch ich nahm es fast nicht wahr. Bei dem See angekommen, schaute ich in das Wasser. Wo magst du jetzt wohl sein? Wahrscheinlich warst du bei irgendeinem Interview, so wie immer. Ich ziehe den Kragen meiner Jacke höher, da der Wind mir in das Genick bläst. Ich betrachte den See genauer. Er hatte seinen Glanz verloren. Ohne dir war er einfach nicht der Selbe. Ohne dir war er nur ein Graben voller Wasser. Plötzlich knackte es hinter mir. Ich drehte mich um, um zu sehen, wer außer mir wohl noch auf so ne bescheuerte Idee kam, im Regen spazieren zu gehen. Mein Blick trifft dein Gesicht und für eine Sekunde hört mein Herz auf zu schlagen. Du stehst einige Schritte entfernt und siehst mich an. Du wirkst traurig und irgendetwas scheint dich zu bedrücken. Ich gehe auf dich zu. Du sollst nicht merken, wie sehr ich mich über dein Auftauchen freue. Belanglos frage ich dich, was du hier willst. Du siehst mich an. Dein Blick ist traurig und mit müden Augen siehst du mich an. Ich wende meinen Blick von dir ab, um zu gehen. Doch du hältst mich fest. „Bitte, geh nicht. Hör mir nur dieses eine Mal zu. Ich weiß, dass du sauer auf mich sein musst. Ich habe dich so verletzt. Ich habe mir eingebildet, wenn ich Schluss mache, würde das für uns beide besser sein. Nie im Leben habe ich mich so getäuscht. Ohne dich hat mir etwas gefehlt. Ich bildete mir ein, ich könnte mich besser auf meine Musik konzentrieren, wenn ich keine Freundin hatte. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Ich vermisse dich so sehr, Marion. Ich habe so einen großen Fehler gemacht. Glaubst du, wir können noch einmal von vorne anfangen?“ Fragend blickt er mich an. Ich weiß nicht was ich sagen soll. Da wollte ich ein für alle mal mit dir abschließen und dann so was. Doch tief in mir drinnen weiß ich genau, dass ich dich immer geliebt hätte. Mein Herz hätte mich jedes Mal verraten, auch wenn ich es noch so geleugnet hätte. Ich blicke auf den Boden, um dich nicht anzusehen. Denn würde ich dich ansehen, würdest du merken, was ich noch immer für dich empfinde. Du legst deine Finger unter mein Kinn und hebst meinen Kopf hoch. Gerade so viel, dass du meine Augen sehen kannst. Doch es reicht. Du lächelst. Ich brauchte ja nicht einmal mehr zu sagen, was ich empfand. Du sahst es mir ja mit nur einem Blick schon an. Ich muss auch lächeln. Du nimmst mich in den Arm und wirbelst mich herum. Ein leises, fast gehauchtes „Ich liebe dich“ dringt an mein Ohr. Ich bekomme eine Gänsehaut. Unsere Lippen berühren sich sanft und plötzlich schien es mir, als hätte der See wieder seinen Glanz bekommen. Wir waren endlich wieder vereint und alle Stunden ohne dir schienen vergessen zu sein. Ich hatte dich endlich wieder und nichts konnte uns je wieder auseinander bringen – nie mehr.

The End

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